Dienstag, 10. November 2009

Ein Hoch auf das leibliche Wohl - Essen und Trinken in Japan 1

Eines muss man den Japanern lassen: Sie können wirklich gut kochen, die meisten jedenfalls. Auch wenn hier in Minamiosawa 50 % der Lokale Italiener sind, habe ich schon so manche japanische Gaumenfreude serviert bekommen!

In erster Linie habe ich mich natürlich den Gerichten gewidmet, deren Berühmtheit es auch nach Österreich geschafft hat. Man ist ja gewillt neues zu probieren, aber ich wollte eher mit Sachen beginnen, die ich schon kannte. So haben mich meine ersten kulinarischen Abenteuer in Ramen-ya, Gyudon-ya uä geführt. Natürlich waren meine (naiven) Vorstellungen falsch und es hat nicht wie in Österreich geschmeckt - Gott sei Dank! Es schmeckt hier einfach noch um vieles besser. Keine Ahnung ob es an den Köchen liegt, den Zutaten oder einfach der Luft hier - wahrscheinlich eine Mischung aus allem.

Für alle, die sich nicht mit japanischem Essen auskennen eine kleine Einführung

Ramen
Ein riesen Teller mit Suppe, Gemüse, Fleisch und Nudeln drin. Nicht nur an kalten Tagen der Renner. Ein Problem, das sich am Anfang stellen könnte, ist die richtige Art und Weise sie zu essen. Meist dank der Suppe extrem heiß, darf/muss man die Nudeln (schön laut) reinschlürfen. An und für sich ja kein Problem, man sollte nur bedenken, dass die Nudeln nicht immer so wollen wie man selber und der Kampf oft mit ansehnlichen Flecken auf der Kleidung endet. (Muss nicht zwangsweise die eigene Kleidung sein, auch Sitznachbarn habe ich schon getroffen...)

Gyudon
Eine Schüssel Reis mit Rindfleisch und Zwiebeln drauf. Meist wirklich günstig und sehr lecker. Etwas gewöhnungsbedürftig war allerdings das rohe Ei, das man dazu bekommt und sich über das Ganze leert und druntermischt. Wie ja allseits bekannt esse ich keine Eier, dennoch habe ich mich wagemutig getraut und es ausprobiert. Zu meiner eigenen Verwunderung war es besser als gedacht (und als es ausgesehen hat...). Wenn man sich erst an das leicht schlabberige Gefühl im Mund gewohnt hat, schmeckt sogar richtig gut!

Gyoza
Ich habe sie geliebt, ich liebe sie immer noch und ich werd sie ewig lieben! Es gibt einfach nix besseres als diese kleinen Teigtaschen mit Fleisch, Fisch oder Gemüse gefüllt. Leider sind sie je nach Lokal starken Qualtiätsschwankungen unterzogen und erfüllen das ganze Zimmer mit ihrem Duft, wenn man sie im Kühlschrank hat. Aber das ist das geringste Problem, lang haben sie bei mir noch nie gehalten...

Udon
Dicke, weiße Weizennudeln, ähnlich wie Ramen, aber eigentlich doch ganz anders. Werden auch wie Ramen in einem Suppenteller/-topf serviert mit verschiedenen Toppings und Geschmacksrichtungen. Ich habe mir natürlich nicht einfach normale bestellen können, nein ich musste wieder eine besondere Art probieren - Kitsune Udon. Eigentlich ja nicht schlecht, aber auf den gebackenen Tofu hätte ich beileibe verzichten können. Noch dazu, weil er im Gegensatz zur restlichen Suppe nicht pikant, sondern süß(!) war.

Dango/Mochi

Ich kam in der Hoffnung nach Japan lecker Mochi zu essen und wurde nicht enttäuscht! Es kam sogar noch besser, hier gibts viel mehr verschiedene Sorten, Arten und Farben. Bis jetzt hab ich sie nur mit Anko (rote Bohnenpaste) gefüllt gegessen, aber ich werd noch einige Feldstudien durchführen! Ungefüllt gibt es sie auch (Dango) dafür haben diese noch verschiedene Saucen drauf. Von Sesam über süß-sauer ist für jeden Geschmack was dabei.

Katsu
Gebackenes Fleisch mit knuspriger Panade. Der beste Ersatz für Wiener Schnitzel! Es bleibt zwar nur ein Ersatz, aber immerhin. Der einzige Nachteil ist, dass man es schon fast wie in Deutschland meist mit "Tunke" bekommt und dann die Panier etwas aufgeweicht ist. Aber wenigstens gibts gute Saucen dazu und was tut man nicht alles für ein kleines Stück Heimat :)

@Raphi: du siehst, für dein leibliches Wohl wäre hier schonmal gesorgt! *g*

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